Termine München
10.09.2010 11:00
Information und Zusammenhalt sind entscheidend!
Im überfüllten Nebenraum der Gaststätte Hans Mielich diskutierten am Donnerstag, 9.9.10, um 19.30 Uhr über 60 Bürgerinnen und Bürger Giesings mit einem hochkarätigen Podium. Die Grünen in München und in Giesing hatten zum Thema Gentrifizierung (Umstrukturierung eines Stadtviertels) eingeladen:
- Christoph Frey, Stellv. Vorsitzender Mieterverein München und Münchner DGB Vorsitzender
- Detlev Sträter, 2. Vorsitzender des Programmausschusses des Münchner Forums
- Katja Weitzel, Vorsitzende des Münchner Mieterbeirats
- Judith Schützendorf, Raumplanerin, Mitglied im Bezirksausschuss Obergiesing-Fasangarten
- Martin Böhm, Justiziar von Mieter helfen Mietern
Die Diskussion wurde moderiert von Nikolaus Hoenning, dem Vorsitzenden der Münchner Grünen
Einig war man sich darin, dass eine beginnende Verdrängung angestammter Bevölkerung in Giesing zu beobachten ist. Besonders problematisch sind neben Verkäufen von Häusern mit anschließenden Mietsteigerungen die Aufhebung von Denkmalschutz und die Reduzierung bzw. das Auslaufen von Erhaltungssatzungsgebieten. Die Satzung für Untergiesing läuft am 9.6.2011 aus.
Zentrales Problem dabei ist, so frühzeitig wie möglich von einer Verkaufsabsicht der Eigentümer zu erfahren. Danach gilt es, sich gemeinsam mit der Nachbarschaft beraten zu lassen (Mieterverein, Mieterbeirat) und den zuständigen Bezirksausschuss zu informieren.
"Wir erfahren oft nicht von privaten Immobilien-Verkäufen. Erst wenn Umwandlungsabsichten der neuen Eigentümer bekannt werden, werden wir kontaktiert, dann ist es aber für die Mieter schon recht spät. Deswegen sollten Mieter sehr aufmerksam gegenüber Veränderungen sein und sich dann sofort beraten lassen und mit den Nachbarn zusammen schließen." Diesen Appell richtete Katja Weitzel an das interessierte Publikum, dem das übrige Podium heftig zustimmte.
Der Initiator der Diskussion, Sebastian Weisenburger von den Giesinger Grünen und Mitglied im Bezirksausschuss 18, wies noch darauf hin, dass "die Bezirksausschüsse auch auf Informationen aus der Bevölkerung angewiesen sind, sich aber dann für die Betroffenen einsetzen können."
Nach gut zwei Stunden Diskussion wurde die große Diskussion beendet und im kleinen Kreis in der Gaststube fortgesetzt. Klar war allen Beteiligten, dass diese Entwicklung von allen Seiten weiter beobachtet werden muss.



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