Leben in Giesing

Wer hier lebt, der hat sich für ein Stadtviertel entschieden, das liebenswert ist und traditionsbewusst, das aber die ihm eigenen Reize nur jenen zeigt, die es lieben.

Andererseits ist der Giesinger Bürger dauerhaft mit einem üppigen Sack voller Probleme konfrontiert, die sich bereits auf den ersten flüchtigen Blick offenbaren. Wir Grüne aus Giesing und Harlaching kennen und benennen diese Probleme seit Jahren.

Unsere Arbeit in den Bezirksausschüssen 17 und 18 ist darauf angelegt, den Stadtteil grüner zu machen, seine öffentlichen Räume attraktiver zu gestalten und den motorisierten Individual- und Schwerlastverkehr auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Ferner richten wir unsere Politik an sozialen Maßstäben aus: Giesing soll bezahlbar bleiben, auch für einkommensschwache und ältere Menschen.

Kurz: Wir wollen ein Stadtviertel, in dem die Menschen sich wohl fühlen, mit dem sie sich uneingeschränkt identifizieren können, und das ihren Bedürfnissen so weit wie möglich gerecht wird.

Grünes Programm für Giesing und Harlaching

Ein Monster bedroht Giesing

Die beiden Bezirke 17 und 18 leiden unter einem Monster, welches sie gleichermaßen schicksalhaft verbindet und dennoch rücksichtslos trennt. Dieses Monster stinkt und lärmt, und es macht die Menschen krank. Die Rede ist vom Mittleren Ring und dem überbordenden Verkehr, der sich tags wie nachts durch unser Viertel wälzt und dabei Lärm sowie Feinstaube und Abgase in einem Maß freisetzt, das längst die Grenze des Erträglichen und Zulässigen überschritten hat.

Wiederholte Vorstöße, den Mc-Graw-Graben zu deckeln, scheiterten regelmäßig an den immensen Kosten einer solchen Maßnahme. So muss wenigstens nach Wegen gesucht werden, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und die unerträglichen Auswirkungen der Emissionen zu mildern. Fernlastverkehr hat nichts zu suchen in einem dicht besiedelten zentrumsnahen Stadtteil.

Das von Bund und Freistaat kofinanzierte Programm „Soziale Stadt“ eröffnet Möglichkeiten, durch bauliche Maßnahmen wie beispielsweise Lärmschutzwände und vernünftige Radwegverbindungen die Wohnsituation zu entschärfen, sodass unser Stadtteil wieder Raum zum Leben und Luft zum Atmen bietet.

Mehr Grün für Giesing

Es ist leider unumstößliche Tatsache, dass unser Stadtbezirk stark unterversorgt ist mit öffentlichem Grün. Selbst stadtnahe Bezirke wie Lehel oder Isarvorstadt lassen unseren Stadtteil statistisch gesehen weit hinter sich. Wer sich naturnah erholen möchte, ist gezwungen, weite Wege in Kauf zu nehmen, um die wenigen Grünflächen zu erreichen. Der Ostfriedhof und auch der Perlacher Friedhof werden in Anbetracht dieses Defizits an Grün notgedrungen ihrer originären Bestimmung beraubt. Nun lassen sich Grünanlagen bei fehlenden Flächen nicht einfach aus dem Hut zaubern. Umso mehr sehen wir Grüne vom Ortsverband Giesing/Harlaching die Notwendigkeit, den Bäumen im Viertel die ihnen angemessene Bedeutung zurückzugeben. Dazu gehört sowohl ein kritischer Umgang mit Fällungsanträgen als auch eine Initiative zur Verdichtung des Straßenbegleitgrüns. Allzu häufig scheitern diesbezügliche Anträge nämlich an der dadurch bedingten Vernichtung einiger weniger Parkplätze, und dies, obwohl Bäume einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag zur Reinigung unserer Stadtluft wie zur Balance unserer Seele leisten.

Miteinander statt gegeneinander: „Shared Space“: ein Modell für die Tegernseer Landstraße?

Shared Space“ bietet dem Verkehr wieder eine menschlichere Kultur der Rücksichtnahme an. Der Schilderwald auf deutschen Straßen mit seiner Regelungswut wird ersetzt durch eine Kultur des Hinschauens und der gegenseitigen Rücksichtnahme. Die Fahrgeschwindigkeit für Autos und Lastwagen wird zwar herabgesetzt, dennoch erreicht der motorisierte Verkehr seine Ziele schneller: Das ständige Stop-and-Go verwandelt sich in einen stetig fließenden Verkehr. Über Augenkontakt zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern stimmen sich die Straßennutzer ab. Dabei sollten die Fußgänger und Radfahrer Vorrang behalten, gleichzeitig aber auf den Fluss der Autos und Lastwagen achten. In den Niederlanden wird Shared Space (geteilter Raum) bereits vielerorts eingerichtet. In der Schweiz existieren etwa 300 erfolgreich bewährte Begegnungszonen. Mit der Umwandlung der herkömmlichen Straße in eine Straße für alle geht eine moderne, attraktive und gerechtere Gestaltung einher. Mit dem Umbau ergibt sich die Chance auf mehr Grün, eine Vielzahl kleiner Plätze, künstlerische Sitzlandschaften …

Das zeitlich befristete Projekt „Soziale Stadt Giesing“ bietet allen Giesinger Bewohnern die konkrete Möglichkeit, verschiedenste kleine und große Projekte zu entwickeln und auf die Beine zu stellen. Wir Grünen möchten uns für verschiedene Orte in Giesing engagieren: Die Tegernseer Landstraße mit den Plätzen Tegernseer Platz und Alpenplatz und der eigenständige Hans-Mielich-Platz fordern eine Neugestaltung geradezu heraus. „Shared Space“ kann eine Antwort darauf sein…

Dienstag, 24. Oktober 2017
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